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Wenn ich mich mit einem Hausmeister treffe, um zerbrochene Scheiben auszumessen, gibt es meistens einen kleinen Fachvortrag gratis dazu. Und zwar von dem Hausmeister für mich. Seltsamerweise haben viele Hausmeister stets alles schon genau überprüft und wissen immer ganz genau, wodurch die Scheiben gebrochen sind. In diesem Fall war es “die große Kälte, das war aber auch frostig letzte Woche”. Als ich erwidere, dass dieser Sprung nicht durch Kälte entstanden ist, macht er eine wegwerfende Handbewegung. “Das sag’ ich dir aber, das haben wir immer im Winter.”
Gut, dann ist das so. Ich diskutiere nicht, ich maße mir nicht an, ältere Leute zu belehren. Ich weiß einfach, warum die Scheibe gesprungen ist. Ich löse eine Glashalteleiste und fotografiere die verrostete Schraube unter dem fehlenden Klotz.
Bei der Reparatur wird die Scheibe richtig geklotzt, der Flügel hängt nicht mehr, schließt einwandfrei, die Scheibe kann ein langes Leben erwarten. Es sei denn, es wird kalt.

Arbeitskreissitzung in Hadamar. Donnerstag, 10-16 Uhr. Der Termin kommt kurzfristig, für den folgenden Freitag und Samstag ist bereits vorher der Termin einer Sitzung eines anderen Arbeitskreises anberaumt. Freitagabend findet die Weihnachtsfeier dieses Arbeitskreises statt. Ein Hotel habe ich in Limburg gebucht, weil das Hotel, in dem ich üblicherweise in Hadamar nächtige, ausgebucht ist. Also eine zusätzliche Übernachtung geordert, Anreise bereits Mittwoch. Mehr Marzipan besorgt, zu jeder Sitzung nehme ich Marzipan mit. Dann kommt, noch kurzfristiger, die Einladung zur Versammlung der Mitglieder des Kompetenzzentrums. Samstag Nachmittag in Hannover. Das liegt dann immerhin auf dem Rückweg. Ein recht kompaktes Programm, mit nur einer Hin- und Rückfahrt zu erledigen, das spart Diesel. Meine Frau begleitet mich.
Mittwoch
Abreise am späten Vormittag, zuerst auf dem Weg noch eine Weste zum Besticken abgeben, meiner Tochter auf ihrer Arbeitsstelle das Nikolausgeschenk hineinreichen, dann zum Isolierglaswerk, Schablonen für die Fertigung abgeben. Endlich auf die Autobahn, vor uns liegen 550 km.
Trotz Winterwetter sind die Straßen frei und verkehrsarm, außer in Hamburg natürlich, die Fahrt verläuft entspannt. Während der Pause auf halber Strecke beim Rasthof Dammer Berge stelle ich verwundert fest, dass hier heute keine Reiki-Massage angeboten wird. Wir fahren weiter, es wird bereits dunkel. Am Abend sind wir in Limburg.
Das Hotel macht sich bereits beim Einchecken unbeliebt, weil sofort abgerechnet und kassiert wird. Das Zimmer ist aber in Ordnung, WLAN ist vorhanden und stabil und inbegriffen. Die Aussicht zeigt uns die Drive-In-Spur eines McDonald’s-Restaurants im fahlen Abendlicht. Es liegt Schnee. Das eigentlich geplante Essengehen entfällt zugunsten eines Cappuccinos beim Schnellimbiss, der Fernseher macht schläfrig.
Donnerstag
Beim Aufwachen festgestellt, dass harte Matratzen meinem Rücken genauso wenig gut tun wie weiche. Ich bin morgens irgendwie immer kreuzlahm. Das Frühstück überzeugt auch nicht so recht, der Kaffee ist ganz schlimm, die Eier sind weich, aber kalt. Dafür sind die Brötchen gut, man kann ja auch nicht an Allem herummeckern.
Die Standheizung hat das Auto auf angenehme Temperatur gebracht, nach Hadamar ist es nur eine Viertelstunde Fahrt. Die Sitzung findet in kleiner Runde statt. In der Vorweihnachtszeit sind Viele komplett ausgeplant, sodass Termine schwierig zu vereinbaren sind. Fast eine Stunde lang steht ein Hubschrauber über dem Gebäude, niemand weiß, warum.

16 Uhr, Feierabend, zurück nach Limburg. Im Hotel gibt es keine Sauna, verdammt. Wir nehmen ein Taxi nach Hadamar, um beim Griechen essen zu gehen. Wir werden reichlich mit Ouzo verwöhnt. War schlau, das mit dem Taxi. Der Taxifahrer auf dem Rückweg telefoniert mit seinem Handy ohne Freisprechanlage. Leider verloren, es gibt kein Trinkgeld.
Freitag
Frei bis Mittag, also etwas länger schlafen, etwas länger frühstücken. Dann ein paar Rechnungen bezahlen, Online-Banking per WLAN ist schon ganz nützlich. Jetzt wäre noch Zeit für einen kleinen Bummel durch Limburg, also los. Als wir das Hotel verlassen, schlägt uns eisiger Wind entgegen. „Wir müssen ja jetzt keinen Stadtbummel machen.“ Zurück aufs Zimmer, wir haben Lektüre dabei.
Mittags fahren wir nach Hadamar. Vor der Sitzung trinken wir stets einen Kaffee beim örtlichen Rewe, da gibt es sehr leckeren Zimt-Schmand-Kuchen, das ist ein Muss.
Die Arbeitskreissitzung ist gut besucht, zur Weihnachtsfeier kommt man gerne, es sind auch neue Gesichter da. Hier hat sich eine sehr bunte Truppe gefunden, alle Altersklassen, alle Berufe, die sich mit Glas befassen, sind vertreten. Die Vertreter aus Sachsen und Thüringen haben Stollen mitgebracht, die natürlich verglichen werden müssen.
Dann zum Schlachter zur Weihnachtsfeier. Die ehemalige Gaststätte wird extra für die Veranstaltung wiederbelebt, das Essen ist ein Klon vom letzten Jahr. Ich bestelle ein Radler und es gibt wie im letzten Jahr wieder keine Sprite. Nachdem ich das anspreche, heißt es: „Ich sehe noch einmal nach“ und dann gibt es immerhin Fanta. Naja. Einige Andere müssen die Weinpreise neu verhandeln. Der Laden ist einfachverglast und schwach beheizt, das Fest ist daher auch ziemlich schnell vorbei, es wird kalt.
Samstag
Eigentlich wäre ja heute der zweite Teil der Arbeitskreissitzung, aber ich muss ja nach Hannover. Schneefall ist angesagt, Starkschneefall. Wir stehen daher zeitig auf und frühstücken. Dann verstauen wir das Gepäck und fahren los, unser Ziel ist ein Hotel in der Innenstadt, Nähe Hauptbahnhof. Die Stadt ist brechend voll an diesem Adventssamstag, mit sehr viel Glück bekomme ich einen Parkplatz direkt vor dem Hotel. Meine Frau wird den Parkautomaten nachladen, wenn es erforderlich ist.
Die Veranstaltung wird aber zügig abgewickelt, im Anschluss essen wir noch ein Stück Pizza im Stehen, wir wollen ja keine Restparkzeit verschenken.
Nach Lübeck ist es nun nicht mehr weit, aber wir brauchen eine ganze Zeit, um aus der Stadt herauszukommen. Bis Lübeck fällt die Temperatur bis auf -7°C und es liegt Schnee. Als wir zuhause eintreffen, haben die Teens das Haus in eine Weihnachtsbäckerei verwandelt, es gibt Kekse.
Den Aktenberg zur Nacharbeit hebe ich mir für später auf.

Immer wieder wundere ich mich bei Kundenbesuchen über den Zustand der Gartentore.
Es scheint, als würden diese Durchlässe in vielen Fällen sträflich vernachlässigt. Viele öffnen und schließen nur schwer oder man muss spezielle Griffe anwenden, die man als Besucher natürlich nicht kennt. Nicht selten stehe ich verblüfft vor einem Tor und versuche, komplizierte Hunde- und Kindersicherungen zu überwinden. Am gefährlichsten sind die hinterhältigen Gartentüren. Die öffnen sich ganz leicht und normal, aber nur, um nach zwanzig Zentimetern abrupt zu blockieren, just in dem Moment, in dem man an genau der Stelle seinen Fuß hinsetzen will. Ich staune immer, wie die Bewohner das so hinnehmen können, wo sie doch täglich mehrmals da durch müssen. Fragt man nach, kommt als Antwort meistens etwas wie: „Ja, das Tor, haha, das schließt nicht richtig. Das wird aber repariert, das wollten wir ja schon letzten Sommer machen.“
Ich glaube, vielen Gartentoren würde etwas mehr Aufmerksamkeit ganz gut tun.

Hier ein Beispiel der Kategorie „Gebraucht, gut erhalten“.
Jeder Glasschaden erzählt eine Geschichte. Oft eine ganz Unbedeutende, Alltägliche. Die zugefallene Tür aufgrund von Durchzug. Dieses „ich habe meinen Schlüssel vergessen und dann eine Scheibe eingeschlagen.“ Die kaputte Glasschranktür beim Umzug, das heruntergefallene Bild, das zerschmetterte Glasbord, der Einbruch – für uns alles nichts Besonderes.
Manchmal aber sind die Umstände, die zum Glasbruch führen, auch tragisch. Der Mann, der in den Lichtausschnitt einer Innentür fällt und danach in ein wochenlanges, künstliches Koma versetzt werden muss. Die allein lebende Rentnerin, die am Freitag stürzt, aber erst am Montag von den Nachbarn vermisst wird. In solchen Fällen ist die Feuerwehr nicht zimperlich mit verglasten Hintertüren und das ist ja auch richtig so. Die Dame wird verletzt, unterkühlt und dehydriert aufgefunden und seit Tagen auf der Intensivstation stabilisiert. Hunde springen gar nicht so selten durch Scheiben. Diese Art von Geschichten erleben wir auch immer wieder mal.
Dann gibt es diese Fälle, die einen zum Staunen bringen. Eine Taube kommt durch eine Wohnzimmerscheibe geflogen, nur Sekunden später der Habicht hinterher. Nach einer wüsten Zimmerrunde und reichlich Blutverlust verschwinden beide auf demselben Wege und lassen eine verstörte Jugendliche zurück. Bei unserem Steuerberater kam eine Ente in den Besprechungsraum geflogen, auch durch die geschlossene Fensterscheibe. Das Tier hat überlebt und watschelte angeschlagen durch den Raum.
Und dann gibt es Geschichten, die glaubt man nur, wenn man dabei war.
Eine Erdgeschosswohnung an einer großen Lübecker Ausfallstraße, Kunststofffenster, ein kleines Rasenstück vor dem Block, auf dem Grün liegen ein paar Plastik-Kleinteile. Nach mehrmaligem Klingeln dröhnt endlich der Summer, ich gehe die drei Stufen hoch und stehe vor der geöffneten Wohnungstür. „Hallo? Der Glaser ist da.“ „Komm’ rein, ich kann nicht schon wieder aufstehen.“ Ich gehe der Stimme entgegen und betrete ein Zimmer mit einem Chaos, wie ich es noch nie gesehen habe. Der ganz offensichtlich stark alkoholisierte Mann liegt mitten im Raum und um ihn herum verteilen sich die Reste und Trümmerteile folgender Dinge: Ein Schallplattenspieler, ein zerborstenes Aquarium samt umgestürztem Unterschrank und zappelnder Fische, ein größerer Vogelkäfig, eine enorme Menge nasses Vogelfutter, ein Schreibtischstuhl, eine Schreibtischlampe, ein zusammengebrochenes Bett, Dutzende Bierflaschen, die Scherben der Fensterscheibe, ein offensichtlich toter Papagei, dazu reichlich Blut , die Spritzer sind bis hoch zur Zimmerdecke zu sehen.
„So ein Ärger!“ sagt der Typ und widersprechen kann man da wohl kaum.
Ich sehe eine stark blutende Verletzung am Oberschenkel des Mannes und es scheint nicht verkehrt, den Rettungswagen zu rufen.
Später, in trauter Runde mit der Polizei und den Sanitätern, nachdem die Wunde versorgt ist, bekommen wir heraus, was passiert war. Der Mann hatte zum Lüften das Fenster geöffnet, aber nicht beachtet, dass der Vogelkäfig ebenfalls offen war. In dem Moment, in dem der Papagei in Richtung Fenster abhob, hob er zeitgleich vom Bett ab, um die Flucht zu verhindern. Dies gelang, wobei der Vogel vermutlich schon beim Zupacken starb, aber unser Held landete irgendwie mit dem Plattenspieler auf dem Aquarium, dass dieser Belastung leider nicht standhalten konnte. Den nun nassen, unbrauchbaren Plattenspieler warf er dann vor Wut aus dem Fenster, daher die Plastiksplitter des Deckels auf dem Rasen. Nach einigen Minuten der Besinnung kam er zu dem Entschluss, den Plattenspieler wieder hereinholen zu müssen. Der kürzeste Weg dafür war die Luftlinie zurück durch das Fenster, welches aber inzwischen durch den Durchzug wegen der offen gelassenen Wohnungs- und Haustür zugefallen war. Also landeten drinnen im Zimmer auch noch die Scherben einer Isolierglasscheibe, an denen er sich schließlich verletzte. Und dann rief er zuerst bei uns an, weil er die Scheibe schnell repariert haben wollte.
Wir haben das Fenster dann notverglast und als die bestellte Scheibe zwei Tage später eingesetzt wird, ist das Zimmer bereits tiptop renoviert.
Irgendwann erreicht einen die Zukunft dann doch. Diesmal in Gestalt von Bildern mit eingeblendeten Zusatzinformationen. Mit der App Sun Seeker kann man in einem Foto Informationen über den Verlauf der Sonne anzeigen lassen. Das kann sehr hilfreich sein, wenn man die Notwendigkeit von Sonnenschutzglas beurteilen muss, oder das mögliche Auftreten von Schlagschatten bei der Glasauswahl berücksichtigen möchte.
Zudem ist es natürlich eine schöne Spielerei.

Handwerkersuche über eine App für das Smartphone ist ja nun nicht mehr so exotisch.

Es gibt eine Glaser-App der Gesellschaft für berufliche Förderung des Glaserhandwerks mbH und des Glaserinnungsverbands Nordrhein-Westfalen, mit der man derzeit aber nur Betriebe aus Niedersachsen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen findet. Die jeweilige Landesinnung muss den Aufnahmeantrag stellen. Für Schleswig-Holstein sehe ich leider schwarz. Zitat Landesinnungsmeister: “Das kostet 15 EUR, ich weiß nicht, ob wir das bei unseren Mitgliedern durchsetzen können.”
Wir werden das auf der nächsten Innungsversammlung Ende November besprechen.
Beim Blättern in der Zeitschrift „Nord-Handwerk“ stieß ich auf eine weitere App, die sich „Handwerkerradar“ nennt, die auch die Betriebssuche anbietet. Hier sind die Handwerkskammern zuständig, aber derzeit leider nur in sehr kleiner Zahl präsent. Ich habe bei der Handwerkskammer Lübeck um Aufnahme gebeten und wurde durch Herrn Grünke, den zuständigen Mann für Öffentlichkeitsarbeit, über den Stand der Dinge aufgeklärt. „Das muss erst durch die Gremien, wir haben uns das für Anfang 2013 auf die Agenda geschrieben.“
Na gut, das ist ja bald.
Update 01.12.2012
Auf der gestrigen Innungsversammlung wurde einstimmig beschlossen, dass die Landesinnung Schleswig-Holstein der Aufnahme in die Glaser-App zustimmt. Die Kosten betragen für die Mitgliedsbetriebe einmalig 17,85 EUR.
Manchmal gestaltet sich die Suche nach einer bestimmten Hausnummer schwierig.
Im Dunklen bin schon öfter mit der Taschenlampe ausgestiegen und habe mich zu Fuß auf die Suche gemacht. Nebenbei bemerkt, bin ich dafür, eine Hausnummernbeleuchtungspflicht einzuführen. Das dürfte auch für Rettungskräfte hilfreich sein, bei deren Einsätzen geht es ja manchmal um jede Minute.
In Neubaugebieten gibt es manchmal noch nicht einmal Straßenschilder, da kann man froh sein, wenn man jemanden fragen kann, der sich auskennt. Ein guter Rohbau hat wenigstens ein Pappschild mit einer gemalten Hausnummer. Die Hausnummern in Straßen mit einseitiger Bebauung sind in einigen Fällen sehr sonderbar oder nicht nachvollziehbar nummeriert. In anderen Straßen versetzen die Hausnummern sehr stark, dann ist links zum Beispiel die Nummer 11 und rechts auf gleicher Höhe die 88. Zum Teil gehören die Häuser, die in den Straßen stehen, hausnummernmäßig zu Straßen, die parallel verlaufen oder einmünden.
In einer normalen Straße ist das erste Haus links die Nummer 1 und das erste Haus rechts die Nummer 2. Links also ungerade Zahlen und rechts gerade Zahlen. Ist es umgekehrt, fährt oder geht man entgegen der Zählrichtung.
Leider ist dieses System nicht jedem bekannt.
Der Geselle fährt mit einem Praktikanten zu einem Kunden und sucht in der Zielstraße die Hausnummer 25. Sie rollen langsam die Straße entlang und halten Ausschau nach erkennbaren Nummern. „Nein“ sagt der Geselle am Steuer zu dem Praktikanten, „die 25 muss bei dir sein, hier sind die Geraden.“
Der Praktikant sucht weiterhin beidseitig.
„Hier brauchst du nicht zu gucken, die 25 ist ungerade, die Ungeraden sind auf deiner Seite.“ Der Geselle ist schon leicht entnervt.
Der Praktikant grübelt. „Woher willst du denn überhaupt wissen, dass die hier alle schief angeschraubt sind?“
In einem kleinen Geschäft innerhalb eines großen Einkaufszentrums soll eine Scheibe ausgetauscht werden. Leider ist sie nicht zugänglich, sondern durch die Fensterdekoration vollständig verbaut. Das Entfernen der störenden Gegenstände hat bauseits zu erfolgen. Damit beginnen die Probleme. Die beiden Mitarbeiterinnen in dem Geschäft sind damit wohl eher nicht zu betrauen.
„Sie müssen sich darum kümmern, dass das hier alles abmontiert wird, sonst können wir die Scheibe nicht einbauen.“ Die Dame verschluckt sich fast an ihrem Mittagessen, als sie merkt, dass ich sie angesprochen habe. „Äh ja, ich sag‘ dem Chef Bescheid.“
Ich weiß genau, wie das läuft, denn sowie ich außer Blickweite bin, ist der Vorgang komplett vergessen und hat quasi gar nicht stattgefunden. In meiner Auftragsbestätigung steht daher auch der Satz, dass die Scheibe zum Einbautermin zugänglich sein muss.
Bei der Terminabsprache fragt meine Frau noch einmal nach, ob alles abgeräumt sei, was auch bejaht wird. Ich biete ihr eine Wette an, dass das nicht so sein wird.
Tatsächlich ist dann bei dem Termin ein Plakat abgehängt, alles andere unverändert. Ein Tisch über die ganze Raumbreite, mit diversen Kabeln verflochten, die wiederum am Boden vom Teppich bedeckt sind, durch den noch ein Heizungsrohr läuft, das Ganze im Glasbereich großzügig mit Dekofolie beklebt, damit es von außen nicht zu sehen ist. Wir rücken wieder ab, Wette gewonnen.
Jetzt spricht meine Frau den Chef selbst an, d.h. sie versucht es, denn der hat erst mal Urlaub und wird in dieser brenzligen Frage von niemandem vertreten. „Aber ich lege ihm einen Zettel hin.“ verspricht seine Sekretärin.
Ich weiß genau, wie das läuft, denn kaum hat meine Frau aufgelegt, ist das Gespräch am anderen Ende der Leitung komplett vergessen, hat quasi gar nicht stattgefunden.
Als der Chef nach seinem Urlaub von meiner Frau angerufen wird, hört er zum ersten Mal von der Geschichte, ein Zettel mit Rückrufbitte lag da nämlich nicht. Jetzt wird das Kümmern auf eine andere Ebene gehoben, der Hausmeister kommt ins Spiel, der aber „möchte das nicht machen“. Die Marktleitung wird auf den Plan gerufen, es gibt eine Ortsbegehung, jedoch keine Entscheidung. Die Zuständigkeiten wollen kritisch geprüft sein. „Steht denn dazu nichts im Mietvertrag?“
In dieser Phase befinden wir uns derzeit, wir sind gespannt, wie es weiter geht.
Frisch eingetroffen, die Septemberausgabe der Glaswelt.
Für mich besonders interessant: Der dritte Teil der Artkelserie über die Entwicklungsgeschichte des Fensters und dessen Stilepochen.

Einer der Lehrlinge schwächelt in der Berufsschule. Nach eigenen Angaben ein Problem von Faulheit, falscher Selbsteinschätzung und vielleicht auch Prüfungsangst. Da man sicher sein kann, mit guten Worten allein nichts zu erreichen, habe ich ihn spontan zu einem Tagesseminar bei der Azubi Akademie Lübeck angemeldet. Das Seminar nennt sich „Der Club der toten Dichter – Gehirngerechtes Lernen lernen“ und wird in Kombination mit einem Seminar zur Bekämpfung von Aufgeregtheit vor Prüfungen mit dem klangvollen Namen „The Last Samurai – Mentale Prüfungsvorbereitung“ angeboten.
Ich bin sehr gespannt, wie die Maßnahme ankommt und ob sie etwas bewirken kann. Leider ist das erste Seminar erst Anfang Oktober, sodass ich mich noch etwas in Geduld fassen muss.
Warten wir’s ab.
Übrigens: Das Bootcamp aus der Überschrift wird tatsächlich angeboten.
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