Küchenrückwände

Fliesen sind out, man hat jetzt Glas hinter der Arbeitsplatte. Glas ist pflegeleicht, dauerhaft und in der Gestaltung individuell an persönliche Bedürfnisse und Vorlieben anzupassen.

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Durch die rückseitige Lackierung kann nahezu jedem Farbwunsch entsprochen werden. Ebenso möglich ist die Gestaltung mit Motiven oder Fotos oder die Integration einer LED-Beleuchtung. Lassen Sie sich beraten. Der Beginn der Planungsphase ist hier der ideale Zeitpunkt.

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Erinnerungen

Ich habe viele nette Kunden. Die meisten sind wirklich sehr nett, freundlich, umgänglich und unkompliziert. Man muss sich das immer wieder vor Augen halten, denn man erinnert sich viel leichter an die Anderen.

Ich erhalte einen Anruf.

Kundin: „Wir brauchen eine Scheibe in einem Wanddurchbruch, was kostet das?“

Solche Fragen kann man ohne weitere Informationen schlecht beantworten. Ich sehe mir die Situation gerne vor Ort an, bevor ich ein Angebot abgebe, weil ich dann genau weiß, was gebraucht wird und vor allem, was möglich ist.

Ich: „Ich möchte mir das ansehen, wann kann ich zum Messen kommen?“

Kundin: „Ja, das ist jetzt schlecht, der Durchbruch ist noch nicht gemacht, den machen wir erst heute Nachmittag.“

Ich: „Gut, dann komme ich nach Feierabend vorbei, ca. 19:00 Uhr“

Kundin: „Das ist ja toll, ich freue mich.“

Bei dem Termin stellt sich heraus, dass die Wand unbearbeitet ist, kein Durchbruch zu sehen.

Kundin: „Das haben wir nicht geschafft, das ist gar nicht so einfach. Morgen Vormittag machen unsere Maurer das. “

Ich: „Kann ich morgen Mittag zum Messen kommen?“

Kundin: „Auf jeden Fall, dann bin ich zwar nicht da, aber meine Mutter kann Ihnen aufmachen.“

Am nächsten Tag fahre ich mittags zur Baustelle. Die Wand ist unverändert, die Mutter weiß nicht, wann und wie es weitergeht. Ich bitte, mich zu verständigen, wenn der Mauerdurchbruch fertig ist.

Drei Tage passiert nicht, dann rufe ich an und frage nach.

Kundin: „Der Durchbruch? Der ist fertig, kommen Sie mal vorbei.“

Ich fahre, wieder nach Feierabend, zur Baustelle. Es ist ein Durchbruch zu sehen, mitten drin läuft ein waagerechter Holzbalken, die Mauerkanten sind nicht verputzt.

Ich: „Bleibt der Balken? Wollen wir die Scheibe an der Stelle teilen?“

Kundin: „Auf keinen Fall. Die Scheibe soll in einem Stück, der Balken kommt weg.“

Ich nehme grob das Maß, damit ich wenigstens schon mal den Preis machen kann, weise darauf hin, dass es sehr schön wäre, wenn die Maurer die entstehende Laibung rechtwinklig und gerade verputzen würden. Ich schlage vor, dass die Scheibe beidseitig verleistet wird, was die Kundin erst nicht einsieht. Sie möchte die Scheibe nur ganz leicht angeklebt haben.

Kundin: „Kann man die Scheibe nicht mit einputzen?“

Ich: „Kann man, aber wenn die Scheibe dann mal repariert werden muss, wird das ein größerer Eingriff, weil der Putz dann an den Scheibenkanten entfernt werden muss. Und dann brauchen Sie mit Sicherheit auch wieder einen Maler.“

Kundin: „Warum soll die Scheibe denn kaputtgehen? Haben Sie so schlechtes Glas?“

Ich: „Nein, das Glas ist nicht schlecht, wir verwenden hier auch Sicherheitsglas, aber trotzdem kann es mal Glasbruch geben.“

Kundin: „Wir putzen die Scheibe mit ein. Das machen meine Maurer.“

Am nächsten Tag erstelle ich das Angebot, dass auch sofort akzeptiert wird. Ich sage der Kundin, dass sie sich melden soll, wenn der Balken entfernt und der Durchbruch fertig ist, damit ich genau messen kann.

Kundin: „Wieso, Sie haben doch schon gemessen, reicht das nicht?“

Ich: „Nein, das muss ich ganz genau messen, die Scheibe soll ja auch genau passen.“

Kundin: „Sie sind aber kompliziert!“

Einige Tage höre ich nichts mehr, dann frage ich nach. Die Kundin sagt, ich könne zum Messen kommen. Nach Feierabend fahre ich wieder zu ihr. Der Durchbruch ist unverändert.

Ich: „Sie haben doch gesagt, ich kann jetzt messen, der Balken ist ja immer noch da.“

Kundin: „Der darf nicht entfernt werden. Sie müssen die Scheibe so einbauen.“

Ich: „Gut, teilen wir die Scheibe, dann haben Sie eine Scheibe bis in Türhöhe und darüber ein Oberlicht. Geht ja auch. Am Balken befestigen wir die Scheibe dann mit einer kleinen Holzleiste, das ist ganz unauffällig.“

Kundin: „Nein, die Scheibe soll in einem Stück, die will ich nicht unterbrochen haben.“

Ich. „Dann muss die Scheibe vor dem Balken stehen.“

Kundin: „Ja.“

Ich: „Dann ist die Scheibenfläche bündig mit der Wand.“

Kundin: „Ja.“

Ich. „Dann kann der Maurer die nicht einputzen.“

Kundin: „Wieso das denn nicht?“

Ich: „Weil es nicht geht und nicht hält. Wir müssen die Scheibe verleisten. Ich mache Ihnen in Ihrer Wandfarbe lackierte Holzleisten, die sind völlig unauffällig, die sehen Sie fast gar nicht.“

Kundin (außer sich): „HOLZLEISTEN? Das geht gar nicht, ich habe hier nirgendwo Holz…“

Ich: „Der Holzbalken ist aus Holz.“

Kundin (immer noch außer sich): „…KEIN Holz. Also wenn Sie wirklich unbedingt Leisten machen müssen, dann Metall. Holz habe ich hier nicht. Mit Metall kann ich leben.“

Ich: „Ich schlage dann vor, wir montieren hinter der Scheibe ein Aluminium-Winkelprofil und vor der Scheibe ein Flachprofil, das trägt nicht auf, dann bleiben Wand und Scheibe bündig.“

Kundin: „Niemals! Auf beiden Seiten Profile, das geht gar nicht.“

Ich: „Wir müssen die Scheibe schon so befestigen, dass sie auch hält.“

Kundin: „Ich möchte das nicht. Können die Maurer nicht versuchen, die Scheibe einzuputzen?“

Ich: „Gut, wenn wir die Scheibe oben an der Decke und unten am Fußboden verleisten, und am Balken mit zwei Punkthaltern – aus Metall – anschrauben, dann kann der Maurer dagegen putzen. Dann muss der Putz nicht mehr die Scheibe halten. Oder Sie lassen an den aufrechten Kanten die Fuge einfach offen…“

Kundin: „Und dann riecht hier alles nach Küche oder was?“

Ich: „…oder der Maurer putzt einfach dagegen. Versuchen kann er es. Melden Sie sich bitte, wenn der Durchbruch entsprechend vorbereitet ist. Jetzt sind die Kanten ja noch total bauchig und krumm.“

Kundin: „Der Durchbruch IST fertig.“

Ich: „Gut, wenn wir die Scheibe jetzt genau anpassen müssen, muss ich Ihnen aber etwas mehr berechnen, ich bin von einem rechtwinkligen Durchbruch ausgegangen.“

Kundin: „Das ist ja wohl nicht Ihr Ernst, oder?“

Ich erkläre ganz ruhig, dass eine Scheibe, die keine gerade Kante und keinen rechten Winkel hat, nur nach einer Schablone angefertigt werden kann, und dass das einen erhöhten Zeitaufwand bedeutet, und dadurch höhere Kosten entstehen.

Kundin: „Nein, das möchte ich nicht. Sie machen die Scheibe rechtwinklig und wir putzen die dann ein.“

Wir haben die Scheibe dann – ohne Aufpreis – doch außerwinklig angefertigt, weil sonst 2 cm breite Fugen entstanden wären. Mein Geselle hat danach die Scheibe montiert. Am nächsten Tag erhalte ich einen Anruf.

Kundin: „Was haben Sie sich denn dabei gedacht, mir so eine Scheibe einzubauen, die passt ja gar nicht. Die Fugen sind ja total unregelmäßig.“

Ich: „Wir haben das so besprochen. Sie haben darauf bestanden. Ihr Maurer sollte dagegen putzen.“

Kundin: „Der Maurer ist gar nicht mehr tätig hier.“

Ich: „Wir könnten die Fugen verleisten, wenn die Mauerkanten gerade wären.“

Kundin: „Sie müssen das wohl jetzt verleisten.“

Ich: „Ich besorge Winkel- und Flachprofil, wir machen es so, wie ich es schon einmal vorgeschlagen habe.”

Kundin: „Ich möchte die Profile vorher sehen.“

Ich: „Gut, ich besorge Ihnen ein Muster. Sie können bei uns vorbeikommen und sich das ansehen.“

Kundin: „Das müssen Sie mir schon hier zeigen.“

Ich: „Natürlich. Ich vereinbare einen Termin, wenn ich das Muster habe.“

Als ich das Muster habe, vereinbare ich einen Termin für den nächsten Tag am Mittag. Die Kundin ist nicht da, ihr Mann öffnet die Tür.

Ich: „Guten Tag, ich wollte Ihnen mal die Profilmuster zeigen.“

Mann: „Ja, Sie können raufkommen.“

Ich: „So sehen die Muster aus.“

Mann: „Die müssen Sie meiner Frau zeigen. Ich kann dazu nichts sagen.“

Ich: „Ich hatte mit Ihrer Frau diesen Termin vereinbart. Wo ist sie denn?“

Mann: „Sie musste weg. Sie können ja einen neuen Termin vereinbaren.“

Ich: „Können Sie das nicht entscheiden?“

Mann: „Nein, das entscheidet meine Frau, ich halte mich da raus.“

Ich: „Gut. Oder auch nicht. Zeigen Sie Ihrer Frau bitte die Profile und richte Sie ihr aus, sie möge mich anrufen, ob sie mit den Mustern einverstanden ist.“

Nach Tagen rufe ich bei der Kundin an und frage, wie es aussieht.

Kundin: „Sie wollten mir doch Muster zeigen.“

Ich: „Ich war zu dem vereinbarten Termin da und habe Ihrem Mann die Muster überlassen.“

Kundin: „Davon weiß ich nichts.“

Ich: „Dann lassen Sie sich bitte die Profile von Ihrem Mann zeigen und sagen mir dann, ob wir damit arbeiten können.“

Die Kundin meldet sich tagelang nicht. Ich rufe an und frage nach.

Ich: „Na, wie sieht es aus. Gefallen Ihnen die Profile?“

Kundin: „Ich kann mir das nicht vorstellen. Wie sollen die denn hier angebracht werden, Wie gehört das denn?“

Ich: „Wie besprochen: Das Flachprofil außen und das Winkelprofil von der anderen Seite.“

Kundin: „Verstehe ich nicht. Das müssen Sie mir zeigen. Kommen Sie mal vorbei.“

Ich: „Ich werde vor Ihrem Haus einen Parkplatz mieten.“

Ich vereinbare wieder einen Termin, um die Profile vorzuführen. Es ist aber wieder nur ihr Mann zuhause. Ich zeige ihm, wie die Profile montiert werden sollen und bitte um eine Rückmeldung seiner Frau. Nichts passiert. Bei meinem nächsten Termin mit der Kundin zeige ich ihr persönlich, wie die Profile aussehen und wie sie an die Wand kommen.

Kundin: „Gibt es noch andere Möglichkeiten?“

Ich: „Holz.“

Kundin: „Wir nehmen die Profile.“

Ich bestelle die Profile, was wegen der Überlänge einige Tage dauert. Die Profile werden geliefert, zeitgleich fährt die Kundin drei Wochen in Urlaub. Danach gelingt es uns, einen Montagetermin zu vereinbaren und die Profile anzubringen. Alles scheint gut, ich bin froh, diesen Auftrag, der sich von Juni bis November hingezogen hat, zum Abschluss gebracht zu haben und schicke die Rechnung. Dann erhalte ich einen Anruf.

Kundin: „Ihre Rechnung ist ja viel höher als das Angebot.“

Ich: „Ja, da ist ja auch die Verleistung dazugekommen und die Frachtkosten wegen der Überlänge.“

Kundin: „Ohne die Verleistung ging es ja gar nicht, wieso muss ich das denn bezahlen?“

Ich: „Warum sollte ich Ihnen das denn jetzt schenken? Nach dem Mehraufwand, den wir bei Ihnen hatten. Ich war ja schon mindestens fünfmal bei Ihnen, bevor wir überhaupt etwas machen konnten. Und die Verleistung war im Angebotspreis nicht enthalten, auch nicht das Anbringen der Verleistung, weil Sie die Scheibe von Ihrem Maurer einputzen lassen wollten. Die Rechnung ist korrekt. Und noch dazu sehr human.“

Kundin: „Also da muss ich mich erstmal informieren, ob Sie das einfach so machen können.“

Es vergehen einige Tage ohne Geldeingang. Dann erhalte ich einen Anruf.

Kundin: „Ich hoffe, Sie haben eine Haftpflichtversicherung.“

Ich: „Klar, warum? Haben wir etwas kaputtgemacht? Dann melden Sie sich aber ziemlich spät.“

Kundin: „Es ist ungeheuerlich. Als Ihre Leute die Profile angebracht haben, haben die ja die Leisten unten in der Garage gesägt, um hier in der Wohnung keinen Dreck zu machen. Und in der Zeit wurde aus der Garage das Fahrrad meines Mannes gestohlen.“

Ich: „Das können Sie uns ja wohl nicht anlasten.“

Kundin: „Sie melden das Ihrer Versicherung, dann ist das aus der Welt und ich kann Ihnen auch Ihre Rechnung bezahlen.“

Es stellt sich heraus, dass der Wert des Fahrrads genau dem Mehrpreis der Verleistung entspricht. Mit einem unguten Gefühl frage ich meine Mitarbeiter. Beide haben in der Garage kein Fahrrad gesehen. Ich schildere den Fall meinem Versicherungsberater und der rät mir, zunächst einmal zur Polizei zu gehen. Der Beamte amüsiert sich und bescheinigt der Kundin einen großartigen Humor. Die Rechtslage ist so, dass ich in keinem Fall haften muss. Die Kundin muss auf Ihr Inventar selber aufpassen. Die Versicherung bestätigt das und lehnt auch jede Haftung ab. Ich teile der Kundin das so mit und stoße auf Unverständnis.

Kundin: „Sie erstatten mir das Fahrrad. Sonst werde ich mal sehen, was ich noch im Internet für Sie tun kann.“

An dieser Stelle war meine Geduld irgendwie am Ende.

Ich: „Wissen Sie was? Bezahlen Sie doch einfach, wieviel Sie wollen. Ich sehe es nicht ein, mich mit dieser Angelegenheit auch nur noch eine Minute länger zu beschäftigen.“

Kundin: „Ach, wie schön, dass Sie so verständig sind, ich kann gar nicht damit leben, wenn die Stimmung so schlecht ist. Ich freue mich wirklich.“

Und ich ärgere mich heute noch.

 

 

Dazugelernt im 1. Quartal 2015

Teilnahme an folgenden Seminaren, Schulungen und Tagungen:

  1. Januar 2015

Ein Seminar der Glaserinnung Schleswig-Holstein, veranstaltet in den Räumen der Kreishandwerkerschaft in Neumünster, befasste sich mit dem Thema absturzsichernder Verglasungen für französische Balkone, präsentiert von Herrn Rainer Huhn von Fa. SWS, Gesellschaft für Glasbaubeschläge mbH aus Waldbröl. Hier wurden neue Systeme vorgestellt und auch anhand von Mustern gezeigt. Außerdem stellte Frau Astrid Genschmer von der Fa. DORMA Glas in einem Vortrag verschiedene Bauarten von Türschließern vor. Hierbei ging es vor allem um die Auswahl und Berechnung des richtigen Schließers, sowie Montage, Ausrichtung und Einstellung.

 

  1. Februar 2015

Eine Schulung zur Einführung der neuen Glasbemessungsnorm DIN 18008, veranstaltet von der Glaserinnung Schleswig-Holstein, durchgeführt von Herrn Norbert Wunderlich von der Fa. MKT in den Räumen der Kreishandwerkerschaft in Neumünster. Hier ging es darum, dass der Vertreter des Softwareherstellers die Unentbehrlichkeit eines Programms zur Glasdickenbestimmung darstellen konnte. Die Wichtigkeit dieser Fragestellung konnte auch daran abgelesen werden, dass sowohl die Teilnehmer des derzeit stattfindenden Meisterkurses einschließlich drei ihrer Lehrkräfte daran teilnahmen, und das sogar kostenlos durch die Innung.

 

  1. Februar 2015

Eine Veranstaltung der Pauli Akademie, durchgeführt bei der Fa. Muskat GmbH in Hamburg. Das Thema war wieder einmal die Glasbemessungsnorm DIN 18008. Frau Dr. Barbara Siebert hielt einen Vortrag über die Auswirkungen der Normeinführung und stellte anschaulich die Unterschiede zu den bisherigen Bemessungsregeln dar. Anschließend stellte Herr Sascha Palzhoff von der Fa. Pauli + Sohn ein Systemprofil für eine Glasbrüstung vor.

 

  1. und 7. März 2015

Sitzung des Arbeitskreises Verglasung und Glasbau des Bundesverbandes der Jungglaser in Hadamar. Hier ging es darum, die nächste Jungglasertagung vorzubereiten, die Bearbeitung einer Broschüre über Oberflächenveredelungen an Glas zu vollenden, festzulegen, mit welchen Themen wir uns in nächster Zeit auseinandersetzen wollen und natürlich um den kollegialen Austausch.

 

  1. März 2015

Tagung „Energetisch Bauen und Sanieren“ der Handwerkskammer Lübeck, moderiert von Herrn Prof. Ingo Gabriel, Oldenburg. Untertitel: Risiken und Nebenwirkungen. Beim Bauen gibt es ja so einige Risiken und Nebenwirkungen, nicht nur an Problemstellen, wie z.B. Sockelabdichtungen und deren Anschlüsse an Türen und bodentiefe Fenster. Manchmal sind ganze Konstruktionen in Frage zu stellen. „Das ist eine Loggia – und so etwas bauen wir nicht“ war dann auch die Meinung des Holzbauspezialisten. Weiterhin ging es um die Fragen, ob die Haustechnik wirklich immer noch effizienter werden muss, oder ob sich bei Photovoltaik-Anlagen die Eigenstromerzeugung doch rechnet. Eine Richterin mahnte zum Abschluss noch an die Wahrung der Schriftform, um in einem eventuellen Streitfall Beweise in der Hand zu haben.

 

  1. und 20. März 2015

Tagung Glasbau 2015 an der Technischen Universität Dresden.

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Zwei sehr interessante Tage mit einer Vielzahl von Vorträgen aus dem Ingenieurbau, der Forschung und der Normungsarbeit. Faszinierend z.B. zu sehen, wie intensiv man sich mit Faser-Bragg-Gitter-Sensoren beschäftigen kann, und wozu das gut ist. Auch das Bauen im Bestand und im Denkmalbereich wurde umfassend dargestellt. Ein Forschungsteam beschäftigt sich mit der Fragestellung, ob und wie Einscheiben-Sicherheitsglas mit Kantenbeschädigungen nachgeschliffen werden kann.

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Anhand solcher und anderer vorgestellter Projekte und Forschungsvorhaben wurde deutlich: Es tut sich was in der Entwicklung, die Zukunft wird spannend.

 

Gelesen

Das übliche Aufgebot an Fachzeitschriften und Magazinen. Ich habe mir angewöhnt, diese Blätter an den Tagen zu lesen, an denen sie auf meinem Schreibtisch landen. Die Erfahrung hat nämlich gezeigt, ein Weglegen für später führt nur zu einem ordentlichen Stapel ungelesener Magazine. Man sollte da aktuell bleiben.

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Bei der Tagung Glasbau 2015 an der TU in Dresden lagen auch Zeitschriften anderer Gewerke und Themen aus. Da musste ich dann natürlich auch mal reinsehen.

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Andere Themen, andere Sichtweisen, ich finde das spannend. Ebenso spannend die Frage, wie es eigentlich da aussieht, wo es einem gerade mal wieder wehtut. Deshalb habe ich mir entsprechende Literatur über die menschliche Anatomie zugelegt.

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Dieses dreibändige Werk zeigt z.B. ganz anschaulich, was im Bereich des unteren Rückens alles Schmerzen verursachen kann.

 

Ausblick

Das nächste Quartal wird ruhiger. Einige Termine stehen an, ein paar Schulungen sind gebucht, Literatur ist angeschafft oder abonniert, aber das zweite Quartal besteht ja eigentlich nur aus Feier- und Brückentagen.

Im Keller

Die Kundin sagt, da unten im Keller ist eine Katze gestorben, die lag da drei Wochen, das riecht man ja auch. Ich komme nicht mit runter, ich kann das nicht. Sie können da aber gerne alleine runtergehen, ich warte in meiner Wohnung, Licht ist da unten aber nicht überall.

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Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Ich gehe in den Keller und gucke mir die Fenster an, wir sollen alle kaputten Scheiben reparieren. Alles ist vollgestellt, dreckig, eng und dunkel. Und es riecht nicht, es stinkt. Durch einige Fenster kommt der Efeu herein und macht sich an den Kellerwänden breit. Ich mache Fotos mit dem Handy, im Blitzlicht kann man ein paar Details erkennen. In den Räumen ist es stockdunkel. Und dann mache ich einen Schritt in einen Kellerraum hinein und trete in etwas Weiches. Meine Phantasie braucht nur erschreckend wenig Zeit, um das Bild eines Katzenkadavers entstehen zu lassen, prall und aufgebläht. Und dieser Geruch! Mit einem Pulsschlag wie ein Kolibri leuchte ich vorsichtig und langsam mit dem Handy nach unten. Das ist wieder so ein Moment, denke ich, den man eigentlich gar nicht erleben möchte. Warum passiert mir so etwas? Das geht mich doch gar nichts an!

Im Lichtschein vor meinen Füßen liegt ein altes Sofakissen.

Spezialauftrag

Der Praktikant kommt ins Büro und teilt mir mit, dass er Samstag leider nur wenig Zeit habe und dass Arbeiten auf dem Wasser so gar nicht seine Sache wäre. Ich verstehe gar nichts, sage aber vorsichtshalber, dass er dann mit Sicherheit Einiges verpassen würde.

Ich frage bei den Gesellen nach und erfahre, dass sie dem Lehrling und dem Praktikanten erklärt hätten, dass die eben gelieferten zwei Bodentürschließer am Samstag in einem U-Boot eingebaut werden müssten. Und die Funktion dann natürlich auch während der Fahrt geprüft werden sollte. Die Teilnahme an diesem Spezialauftrag sei eigentlich erfahrenen Gesellen vorbehalten, aber man könnte vielleicht eine Ausnahme machen…

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Sturm

Sturmschäden sind selten geworden. Das stimmt so nicht, Sturmschäden gibt es natürlich in großer Zahl, aber die Anzahl der Glasschäden durch Sturm ist zurückgegangen. Die Stürme werden kräftiger und kommen in höherer Frequenz, aber es gibt immer weniger Glasbruch. Durch die Abdichtung der Scheiben mit Gummi oder Silikon-Versiegelung, wie es in modernen Fenstern seit Langem üblich ist, brechen die Scheiben meist auch dann nicht, wenn Fenster oder Türen einmal zuschlagen. Das war früher anders, als die Scheiben in Kitt gelagert waren, der steinhart wurde und dadurch unnachgiebig. Das Leben ist also ein Stückchen sicherer geworden.
Man könnte meinen, durch die Häufigkeit der Stürme in letzter Zeit ist alles, was lose war, schon weggeweht und stabiler repariert worden. Aber kaum bläst der Wind einmal aus einer anderen Richtung als bei üblichen Stürmen – schon klingelt das Telefon.

„Können Sie unser Vordach reparieren?“ fragt eine Kundin. „Sicherlich, kann ich mir das bei Ihnen ansehen und ausmessen?“ frage ich zurück. „Eigentlich schon, ich muss Ihnen nur sagen, dass unser Vordach jetzt eine neue Adresse hat. Es liegt ein paar Häuser weiter in einem Hinterhof.“

„Reparieren Sie auch Glasdächer von Wintergärten?“ erkundigt sich der nächste Anrufer. Ich bejahe und höre dann: „Gut zu wissen, ich melde mich, wenn die Eiche aus dem Haus ist.“

Der nächste Anrufer: „Bei uns steckt eine Scheibe im Rasen, können Sie die entsorgen?“ Das haben wir dann gemacht, wir haben aber nie erfahren, wo die Scheibe herkam, aus der unmittelbaren Nachbarschaft jedenfalls nicht, das haben wir erfragt.

Praktikanten, mal wieder

Im Laufe des letzten Herbstes habe ich wieder jungen Leuten die Chance auf ein Praktikum gegeben.

Thomas* kommt aus eigenem Antrieb, um sich vorzustellen. Er nennt seinen Namen und sofort weiß ich, dass ich seinen Großvater kenne, er ist Kunde bei uns. Außerdem haben wir öfter zusammengearbeitet, als er im Museum als Restaurator tätig war. Darüber hinaus hatte dieser mich vor Jahren einmal gefragt, ob sein Enkel eventuell einmal bei uns lernen könnte. All das liegt lange zurück.
Ich frage also: „Wie geht es deinem Opa, der hat doch früher im Museum gearbeitet?“
Achselzucken, große Verwunderung. „Echt? Krass. Wusste ich nicht, glaube ich nicht, der ist doch immer zuhause.“ Ich erkläre ihm, dass sein Großvater ja nicht als Rentner auf die Welt kam und ein langes Arbeitsleben hinter sich hat. Thomas bleibt skeptisch.
Wir vereinbaren ein Praktikum und müssen leider wieder feststellen, dass hier jedes Engagement umsonst ist. Es gelingt uns eine Woche lang nicht, ihm das Glasschneiden beizubringen. Die allereinfachste Übung, die jeder Schülerpraktikant nach ein paar Minuten versteht und ausführen kann, kann er nicht nachvollziehen. Wir üben wirklich tagelang, unser Lehrling hat eine unendliche Geduld mit ihm, Thomas lernt es nicht. Er lernt es so derartig nicht, dass ich schon überlege, ob das ein Spaß mit versteckter Kamera ist, aber es ist wirklich so. Er kann es einfach nicht. Auch in der Theorie ist ihm nichts zu vermitteln, gar nichts. Der Großvater war ein begnadeter Handwerker, hier ist davon leider nichts zu entdecken.
In der zweiten Woche breche ich das Praktikum ab, schicke ihn nach Hause. „Aber es war immer so nett hier!“ sagt er. Ja, das genügt aber nicht, erkläre ich, da muss auch irgendwann eine Leistung erkennbar sein. Ich glaube nicht, dass dieser junge Mann jemals irgendeinen Beruf erlernen kann, nicht den einfachsten. Es ist ein Trauerspiel.

Kalle* hatte wohl auch mal Schulbildung versucht, allerdings ohne Erfolg. Er sagt, er sei bereit, jetzt etwas für seinen Aufstieg zu tun und wolle mal bei uns mitmachen, „vielleicht erträgt man das ja sogar. Aber dann muss ich morgens auch so früh hier sein, wie die Gesellen, oder? Ich versuch’s auf jeden Fall mal.“
Er hat keine Lust. Er begreift das Prinzip Arbeit nicht, er wartet sehnsüchtig auf den Feierabend, auf die Couch, auf den Spieleabend am PC. Irgendwann sage ich ihm, er solle nach dem Frühstück die Kellertreppe fegen. Unser Sozialraum liegt im Keller und die Treppe muss eigentlich immer gefegt werden. Als ich mittags in den Keller gehe, ist die Treppe nicht gefegt. Ich frage nach und bekomme zur Antwort: „Ach, sollte ich das wirklich machen?“ „Ja, das solltest du wirklich. Also dann jetzt, sofort.“ Nachmittags ist die Treppe gefegt, der gesamte Dreck liegt auf dem unteren Treppenabsatz. „Warum hast du den Dreck nicht aufgefegt und rausgebracht?“ frage ich mit erhöhtem Pulsschlag. „Na, ich dachte, mit unseren Arbeitsschuhen, da wird das doch sofort wieder sandig, das wäre ja total sinnlos, das wegzumachen.“ Er meint das ernst, vollkommen. „Dann brauchen wir ja morgens auch nicht aufzustehen“, sage ich scherzhaft, „wir gehen ja sowieso am Abend wieder ins Bett. Das ist ja dann auch total sinnlos.“ Er grübelt. Und darf dann gehen. Vielleicht grübelt er immer noch, man weiß es nicht.

Wir bekommen irgendwann einen Anruf von einer Betreuungsgesellschaft, ob wir einem jungen Mann die Chance eines Praktikums geben würden. Na klar. Ich recherchiere und stelle fest, dass die Gesellschaft mit Behinderten arbeitet. Ob das funktionieren wird, weiß ich nicht, bin aber gespannt, wer da wohl kommen mag. Und dann steht eines Tages ein auffallend kleiner Afrikaner, etwas schüchtern, aber ganz neugierig, was nun wieder mit ihm passiert, bei uns im Büro. Sein Betreuer erzählt, dass er im Alter von 10 Jahren aus Ghana nach Deutschland gekommen sei, hier bei seinem Vater lebe, und auch den Hauptschulabschluss erreicht habe. Das finde ich ganz beachtlich, wenn man bedenkt, dass er erst die Sprache erlernen musste. Er habe bereits einige Praktika hinter sich, erfahre ich, „aber das war alles nichts.“
Wir vereinbaren ein zweiwöchiges Praktikum, einen Tag in der Woche hat er außerdem Schule.
Er ist der beste Praktikant seit langer Zeit. Aufgeschlossen, einsatzwillig, immer gut gelaunt, mit strahlendem Lächeln und glänzenden Augen, überhaupt nicht dumm, wir sind ganz begeistert. Eine Behinderung hat er übrigens nicht. Er hat Spaß an der Arbeit und macht große Lernfortschritte, nur manchmal hat er Schwierigkeiten, wenn er irgendwelche Wörter nicht kennt. Das ist für uns natürlich nachvollziehbar. Man erkennt daran sehr gut, wie selbstverständlich für uns alles ist. Für ihn sind die Schrauben einer sehr bekannten Marke vom Verstehen her “Spatzschrauben”. Ich ermuntere ihn darauf hin, uns mit Fragen zu löchern, und die Gesellen, immer zu prüfen, ob sie wirklich richtig verstanden wurden.
Mittlerweile haben wir das Praktikum verlängert und er hat reelle Chancen, im Herbst einen Ausbildungsvertrag zu bekommen. Und wir haben auch erfahren, dass er bei seinen anderen Praktika entweder wochenlang nur putzen musste, oder ihm gleich gesagt wurde, er wäre für das Handwerk nicht geeignet, „so mit Kundenkontakt“, zweifellos eine Anspielung auf seine Hautfarbe. Für uns ist Hautfarbe oder Religion kein Thema, hier muss man nur ins Team passen, arbeiten und sich benehmen können. Ich habe allerdings die Befürchtung, dass wir uns früher oder später mit dem Thema beschäftigen müssen und habe daher die Gesellen angewiesen, im Falle von negativen Äußerungen oder Ablehnung die Kunden vor die Wahl zu stellen, ihre Einstellung noch einmal zu überdenken, oder anderenfalls auf die Ausführung des Auftrages zu verzichten. Bisher haben wir allerdings keine negativen Tendenzen festgestellt. Ich hoffe, das bleibt so.

*Die Namen wurden geändert.

Lüften allein reicht ja nicht

In dieser Jahreszeit ist die Schimmelpilz-Problematik wieder hochaktuell.

Oft fragen mich Kunden, warum denn ihre Scheiben von innen beschlagen und warum die Versiegelungsfugen so schwarz sind.  Und ob man mit neuen, besser dämmenden Scheiben Abhilfe schaffen könne.

Wer den Schimmelpilz vermeiden will, muss zunächst Bedingungen schaffen, unter denen das Pilzwachstum verhindert wird. Und das sind, pauschal gesagt, Lufttemperaturen von 19-20°C und eine relative Luftfeuchtigkeit bis 50%. Nur wenn die Raumtemperatur entsprechend hoch und die Luftfeuchtigkeit gering genug ist, hat man die Gewähr, dass auch die Wände und Fenster warm und trocken genug sind und sich kein Schimmelpilzbefall zeigt.

Luftfeuchtigkeit zu hoch – Temperatur zu niedrig

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Diese Werte werden oftmals nicht erreicht oder nicht eingehalten. Unser Körper hat leider kein Empfinden für die relative Luftfeuchtigkeit. Wir merken nur, wenn die Luft zu trocken oder zu feucht ist, dann wird es für uns unangenehm. Den Bereich dazwischen können wir lediglich mit einem Messgerät für die relative Luftfeuchtigkeit überwachen. Ein Hygrometer an der Wand zeigt jederzeit die aktuellen Werte und hilft uns, das Raumklima zu steuern.

Dabei ist Lüften allein nicht das Allheilmittel. Wer im Winter lüftet, der kühlt. Zunächst die Raumluft, bei längerem Lüften aber zunehmend auch die Bauteiloberflächen. Ohne anschließendes Heizen bleiben die Temperaturen so niedrig, dass die Luft nicht in der Lage ist, genügend Wasser aufzunehmen. Es kommt zu Kondensat. An einer Fensterscheibe mit einem schlechten Dämmwert wird dieses als Beschlag sichtbar. Ist ein modernes Fenster mit guter Wärmedämmung eingebaut, sind die dadurch höheren Oberflächentemperaturen in vielen Fällen oberhalb des Taupunktes und die Scheibe beschlägt nicht. Das in der Raumluft enthaltene Wasser kondensiert dann an anderen, kälteren Oberflächen, wie z.B. den Laibungen oder den Raumecken. Dort ist der Beschlag im Normalfall nicht zu sehen, bildet aber die Grundlage für einen Schimmelpilzbefall.  Es ist wichtig, ausreichend zu heizen, damit die sich erwärmende Raumluft Feuchtigkeit aufnehmen und dann hinausgelüftet werden kann.

Wenn es bereits zu Schimmelpilzbefall gekommen ist, muss saniert werden. Ist die befallene Stelle größer als 0,5 m², soll dies durch Fachhandwerker ausgeführt werden. Im Falle der schwarzen Dichtungen am Fenster können wir die Fugen reinigen, behandeln und neu versiegeln. Auf Wunsch kann dafür auch eine Versiegelung verwendet werden, die fungizid (pilztötend) eingestellt ist.

Eine Sanierung ist nur sinnvoll und nachhaltig, wenn die Ursachen des Schimmelpilzbefalls erkannt und abgestellt werden.

Ein Paar sucht sich Glas aus

Wenn ein Kunde sagt: „Ich möchte mir bei Ihnen Glas aussuchen.“, dann ist das eigentlich kein Problem. Er wird nach seinen Vorstellungen gefragt, bekommt ein paar Muster gezeigt, wählt eines davon aus und der Auftrag läuft.

Wenn es heißt: „Wir wollen uns Glas aussuchen.“, dann wird es ernst, manchmal sogar sehr ernst. Dann kommen nämlich mindestens zwei Personen, Türken kommen auch schon mal zu fünft. Und oft immer ist es dann so, dass die Ansichten unvereinbar verschieden sind. Ich frage zunächst, ob der Durchblick durch die Verglasung gewünscht ist oder vermieden werden soll, weil sich daraus jeweils verschiedene Möglichkeiten an Gläsern ergeben. Damit sind einige Paare bereits überfordert. Einigen muss man erklären, was „durchsichtig“ bedeutet. Und wird dann gefragt, was denn bitte „undurchsichtig“ sei. Glücklicherweise kann ich das immer alles mit einem entsprechenden Glasmuster belegen, erklären und zeigen. Als Beispiel für „durchsichtig“ präsentiere ich ein Stück Klarglas und der Kunde bestätigt: „Ja, da kann man tatsächlich durchgucken. Aber das wollen wir ja gar nicht. Das Glas soll doch in die Badezimmertür. Das ist dann ja ungünstig, wenn man reinschauen kann. Haben Sie nicht etwas zum Nicht-Durchgucken?“ Ich zeige Verbund-Sicherheitsglas mit matter Folie – sicher, pflegeleicht und undurchsichtig, aber lichtdurchlässig. „Ja, nee, da kann man ja gar nichts durch sehen. Es gibt doch so Riffelglas…“

“Riffelglas” – die richtige Bezeichnung ist Ornamentglas – gibt es in vielen unterschiedlichen Strukturen. Und damit beginnen die Unannehmlichkeiten. Ich brauche nur auf ein Glasmuster zu zeigen, schon sagt einer ja und einer nein. Und man bekommt oft genug eine Lehrvorführung in Streitkultur. Wenn alles gutgeht, erklärt jeder dem jeweils anderen seine Vorstellungen und man einigt sich auf ein Ornament oder auch auf eine kleine Auswahl, die ich dann zur weiteren Entscheidungsfindung gerne mitgebe. Das ist der normale Ablauf einer Entscheidungsfindung.

Es geht auch anders. So zum Beispiel:

Ein junges Paar mit quengelndem Kleinkind, die Mutter genervt und erschöpft, der Vater eher lustlos und desinteressiert. Was ihr gefällt, lehnt er konsequent ab, und umgekehrt. Plötzlich sagt sie: “Dir gefällt das alles nicht, was ich gut finde. Gefalle ich Dir denn noch? Und unser Kind?“ Er bemerkt verstört, dass man das ja nun wirklich nicht hier diskutieren müsse, woraufhin sie mit einem irren Lachen erklärt, dass man das “aber ganz genau hier und vor allem jetzt und zwar endgültig“ ausdiskutieren müsse und auch werde, weil sonst…

Das “sonst” habe ich dann nicht mehr erfahren, denn der Mann war reflexartig mit dem Kind zum Auto geflüchtet. Woraufhin die Frau seelenruhig ein ihr genehmes Glasmuster auswählte und sich mit einem „So klappt das immer“ verabschiedete.

Oder auch so:

Ein Rentnerehepaar kann sich nicht entscheiden. Beiden gefallen mehrere Ornamente, die Frau erklärt wortreich die jeweiligen Vorzüge und gerät bei jedem Glasmuster ins Schwärmen. Der Mann stellt mir kurze, knappe Fragen, die aber, bevor ich reagieren kann, ausholend von ihr beantwortet werden. Ein Redeschwall ohne Beispiel, der erst endet, als er ruft: “Nun halt‘ doch mal den Mund, wenn ich mit dem Glaser rede!“

Oder so:

Wieder ein Ehepaar, reiferes Alter, Sie hat das Sagen. Anders ausgedrückt: Er hat nichts zu sagen, außer: „Gute Entscheidung, Mäuschen. Ich freue mich, dass es Dir gefällt, guck‘ ruhig noch weiter, Mäuschen. Das ist alles schön, was du aussuchst.“ Sie sucht dann auch aus, er findet es entzückend und die Beiden gehen.

Allerdings kommt er nach ein paar Minuten zurück und erklärt, dass die Entscheidung seiner Frau von vorhin ungültig sei. Er würde jetzt ein Ornament aussuchen und das würde dann auch eingebaut. Ich frage verunsichert, was denn seine Frau dazu sagen würde. Seine Antwort: „Die sagt da gar nichts zu. Die wird eine Nacht schlechte Laune haben und den Tag darauf ein Geschenk verlangen. Aber so bekomme ich wenigstens das, was ich möchte.“

Der Verkaufsanhänger

Der Verkaufsanhänger für griechische Spezialitäten rollt nach telefonischer Ankündigung  pünktlich auf den Hof. Das Zugfahrzeug ist ein normaler Mercedes-Kombi, allerdings an Kühler und Motorhaube getarnt wie ein Erlkönig. Drei Mann Besatzung prüfen mehrmals, ob der Anhänger sicher abgestellt wird und auch gefahrlos über Nacht stehen bleiben kann. Eingehend wird die (defekte) Mechanik der Verkaufsklappe erklärt, vorgeführt und abgefragt. Die Schlüssel werden übergeben. Ich überprüfe das vorher aufgegebene Maß der fehlenden Scheibe und muss die Abweichung ausdiskutieren. Ich erkläre die Glasart und warum diese verwendet werden muss. Ich bestätige, dass der vereinbarte Preis sich nicht ändert. Ich versichere, dass der Wagen am nächsten Tag fertig ist und abgeholt werden kann. Als ich sage, dass meine Leute heute noch mit der Arbeit beginnen, legen sich die Stirnen in Falten. „Machst Du nicht selbst?“ Es gelingt mir, darzulegen, dass ich die gewonnenen Informationen in Gänze weitervermitteln kann und meine Gesellen befähigt sind, die Reparatur auszuführen. Nach einem abschließenden Rundgang um den abgestellten Anhänger fahren die Drei dann vom Hof.

Die Übertragung des Arbeitsauftrags an den Gesellen gestaltet sich dagegen wohltuend einfach: „Mach die Kiste man heute noch fertig, die wird morgen früh abgeholt.“